Texte und Presse

September 2025
Wahlprüfsteine Kommunalwahl Düsseldorf - alle Antworten

(Sortierung nach Anzahl der Stimmen im Rat)

 
CDU, Missagh Ghasemi 

1.-
Die CDU befürwortet das Projekt grundsätzlich, da es im Rahmen eines qualitätsgesicherten Wettbewerbs entwickelt wurde und sowohl Wohnen als auch Arbeiten kombiniert. Mit der Wohnungsoffensive unseres Oberbürgermeisters schaffen wir in vielen Teilen der Stadt neuen und bezahlbaren Wohnraum. Bezahlbarer Wohnraum in einem Wohnhochhaus lässt sich jedoch aufgrund der Förderrichtlinien zum geförderten Wohnungsbau nicht umsetzen. Aus Lärmschutzgründen ist kein Wohnen in dem Turm, der unmittelbar an den Kennedydamm grenzt, möglich. Als Büroturm ist er aber ein geeigneter Lärmschutzriegel für die dahinter geplante Wohnbebauung. Daher befürworten wir die Pläne des Investors, in dem danebengelegenen Turm Wohnraum zu schaffen. Zurzeit sind dort ca. 180 Wohneinheiten im freifinanzierten Segment geplant. Da der Wohnungsmarkt in Düsseldorf unterschiedlichen Ansprüchen genügen muss, freuen wir uns über jede Art von Wohnung, die in unserer Stadt geschaffen wird. Ein Verbot von neuem Büroraum hingegen ist kein Ziel von unserer lokalen CDU Politik, denn wir sind in Düsseldorf glücklicherweise so attraktiv, dass viele Unternehmen sich hier betätigen und sogar neu ansiedeln möchten und so Arbeitsplätze schaffen. Angrenzende Bauvorhaben, die bestehende Bürogebäude in Wohnraum umwandeln wollen, werden für die Entwicklung und erforderliche Durchmischung des Quartiers sorgen.
2.-
Die CDU nimmt die klimatischen Herausforderungen am Kennedydamm ernst. Deshalb ist aus unserer Sicht eine hochwertige, grüne Freiraumgestaltung zentral, um Hitzestress zu reduzieren. Das geplante Quartierskonzept sieht dafür unter anderem ein grünes Entrée, öffentlich zugängliche Freiflächen und Begrünungselemente vor. Wir setzen uns dafür ein, dass die Ergebnisse der laufenden Gutachten – insbesondere zu Verschattung und Mikroklima – im weiteren Planungsverlauf angemessen berücksichtigt werden.
3.-
Transparenz und Beteiligung sind für uns essenziell. Bereits in der frühen Phase gab es zwei Beteiligungsschritte im Rahmen des Wettbewerbs. Dennoch sprechen wir uns für eine Vertiefung durch Workshopverfahren aus, um insbesondere die Anregungen der direkten Nachbarschaft aufzunehmen. Eine weitere frühzeitige Beteiligung nach §3 BauGB ist vorgesehen – diese sollte aktiv und niederschwellig gestaltet werden.
4.-
Die CDU hat die Aufstellung des Bebauungsplans gemeinsam mit SPD und Grünen in der Bezirksvertretung und im Planungsausschuss auf den Weg gebracht. Auch persönlich stehe ich zu diesem Verfahren, sofern die vereinbarten Planungsziele – insbesondere mehr Wohnraum, funktionale Mischung und soziale Infrastruktur – konsequent weiterverfolgt werden. Die weiteren Planungserfordernisse und Beteiligungsverfahren werden abzuwarten sein. Hier werden meine Ratskollegen und Mitglieder der Bezirksvertretung – völlig unabhängig von Parteipolitik – im Sinne der eigenen Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort entscheiden.
Interessant, dass Sie mich als CDU-Mitglied angefragt haben, aber unten stehend sich die Adressen der Kollegen von Bündnis90/Die Grünen befinden. Seien Sie bitte so freundlich und stellen sicher, dass auch unsere grünen Kolleginnen und Kollegen die Fragen erhalten.

Bündnis 90/Die Grünen, Direktkandidat:innen im Stadtbezirk 1

1.

Wir begleiten sämtliche Planungsvorhaben zur Schaffung neuer Büroflächen in Düsseldorf kritisch. Der anhaltend hohe Leerstand in diesem Bereich stellt uns vor große Herausforderungen bei der Abwägung von Flächennutzungen. Unser Ziel ist es, diesen Leerstand spürbar zu reduzieren – insbesondere durch Umnutzungspotenziale zugunsten von dringend benötigtem Wohnraum. In der Umwandlung bestehender Büroflächen sehen wir eine große Chance für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums in unserer Stadt.
Gleichzeitig ist nicht zu übersehen, dass der Bedarf an modernen Büroflächen in Düsseldorf weiterhin steigt. Aus unserer Sicht ist daher eine sorgfältige Standortabwägung entscheidend. Im konkreten Fall der Fläche am Kennedydamm halten wir eine Büroentwicklung angesichts der Lage für grundsätzlich vertretbar, da durch die Lärmbelastung Wohnraum nur bedingt möglich ist. Bei diesem Bauvorhaben handelt es sich nicht um ein städtisches Bauvorhaben, sondern um ein privates Investorenvorhaben, was unseren Einfluss als Politik, gerade vor dem Hintergrund des Bedarfes an Gewerbeflächen, stark einschränkt.
Im Rahmen des Projekts „New Heart on the block“ haben wir uns dafür stark gemacht, dass im rückwärtigen Bereich auch Wohnnutzung vorgesehen wird. Dabei war es uns besonders wichtig, die Umsetzung des Handlungskonzepts Wohnen sicherzustellen – mit dem klaren Ziel: Nicht nur freifinanzierte, sondern auch bezahlbare Wohnungen zu sichern.
Auf unsere Anfrage im Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung (APS) am 25. Juni 2025 teilte die Verwaltung mit, dass im laufenden Verfahren – nach dem Beschluss des neuen Baulandmodells und dem Wegfall des Segments „preisgedämpftes Wohnen“ – keine bezahlbaren Wohnungen mehr vorgesehen sind. Diesen Schritt sehen wir sehr kritisch. Aus Sicht der GRÜNEN Ratsfraktion wäre ein intensiverer Austausch zwischen Verwaltung und Landesregierung notwendig gewesen, um sich gemeinsam für eine Ausnahmegenehmigung einzusetzen – mit dem Ziel, auch im Hochhaussegment geförderten Wohnraum zu ermöglichen.
2.
Düsseldorf verfügt mit dem Hochhausrahmenplan über ein wichtiges Instrument der Stadtentwicklung. Dieser legt fest, wo Hochhäuser städtebaulich verträglich und sinnvoll realisiert werden können – und in welchen Bereichen eine Hochhausentwicklung ausgeschlossen bleiben sollte. Der Plan definiert qualitative, soziale und ökologische Leitlinien, um neue Hochhausprojekte nachhaltig und im Einklang mit Stadtbild, Klima und Quartier zu steuern.
Wir GRÜNEN sehen in diesem Rahmenplan einen tragfähigen Kompromiss: Er ermöglicht eine effiziente Flächennutzung durch Hochhäuser an klar definierten Standorten, ohne den Charakter der Stadt aus dem Blick zu verlieren. Dennoch ist es aus unserer Sicht unerlässlich, jedes Vorhaben individuell zu bewerten und kritisch zu begleiten. Besonders bei der Höhenentwicklung haben wir uns in den vergangenen Jahren wiederholt dafür ausgesprochen, an der sogenannten „Düsseldorfer Höhe“ von rund 100 Metern festzuhalten – so auch in diesem Verfahren. In der Fachjury wurde jedoch die Höhe von 120 Metern zu den 90 Metern des Skyoffices als die städtebaulich richtige Antwort mehrheitlich befürwortet.
Im Rahmen des Projekts haben wir uns dafür eingesetzt, dass öffentlich zugängliche Freiflächen geschaffen werden, die einen echten Mehrwert für das Quartier und die Stadtgesellschaft bieten – ein „social return“, der für uns unverzichtbar ist. Ebenso legen wir großen Wert auf eine umfassende Fassaden- und Dachbegrünung, insbesondere beim niedrigeren Mittelbau.
Durch eine kluge städtebauliche Anordnung der drei geplanten Gebäude könnten die entstehenden Fallwinde sogar gezielt genutzt werden, um angrenzende Hitzeinseln abzukühlen. Inwieweit dies an dieser Stelle realistisch erscheint, ist derzeit noch nicht final geklärt. Wir werden hierzu aber noch einmal mit der Verwaltung in den Austausch gehen.
Als weiteren „social return“ wird mit diesem Projekt auch die Erneuerung einer gut nutzbaren Fuß- und Radwegbrücke über den Kennedydamm mitfinanziert, was für alle ein Mehrwert sein wird und uns wichtig war.
3.
Im Zuge der Planungen zur Entwicklung des Areals an der Hans-Böckler-Straße 37–39 wurde durch die Projektentwicklerin in Zusammenarbeit mit der Stadt ein zweiphasiger Wettbewerb durchgeführt. Bereits im Vorfeld fand eine Öffentlichkeitsbeteiligung statt, deren Ergebnisse in die Entwurfsentwicklung eingeflossen sind. Besonders die Entscheidung zugunsten einer gemischten Nutzung anstelle eines reinen Bürokomplexes ist unter anderem auf Hinweise aus der Bürgerschaft zurückzuführen. Ebenso wie die Planungen zu öffentlichen Nutzungen im „urban hub“.
Auch nach Abschluss des Wettbewerbs wurde der Siegerentwurf noch einmal überarbeitet – unter anderem wurde dem Wunsch nach einer Anbindung der Tiefgarage über den Kennedydamm entsprochen. Diese Anpassungen basierten ebenfalls auf Anregungen aus der Öffentlichkeit. Vor diesem Hintergrund erachten wir ein zusätzliches Workshopverfahren zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr als zielführend, da das Projekt inzwischen einen weit fortgeschrittenen Planungsstand erreicht hat.
Grundsätzlich setzen wir uns entschieden für Bürger*innenbeteiligung bei städtebaulichen Vorhaben ein und sehen darin ein wesentliches Instrument zukunftsfähiger Stadtentwicklung. Gleichzeitig stellen auch wir uns regelmäßig die Frage, wie die Stadt und die Politik solche Formate besser bewerben können, um möglichst viele Menschen zu erreichen. In der Praxis zeigt sich leider immer wieder, dass viele Anwohner*innen erst dann von Planungsprozessen erfahren, wenn für eine breit angelegte Beteiligung kaum noch Zeit bleibt.
4. 
Durch unsere Anregungen im Rahmen des Preisgerichts, sowie durch die Anregungen im Rahmen der politischen Begleitung des Projekts ist es gelungen, wichtige Aspekte in die Planung einzubringen, die die Qualität des Entwurfs spürbar verbessert haben. Insbesondere der Nutzungsmix, die Integration von Wohnraum sowie die Zusage, öffentliche Nutzungen sowohl in den Freiflächen als auch im mittleren Gebäudeteil zu ermöglichen, gehen auch auf unseren Einsatz zurück. 
Umso bedauerlicher ist für uns die Rückmeldung, dass bei der Realisierung der Wohnungen auf das Kriterium der „Bezahlbarkeit“ verzichtet wird. Aus unserer Sicht wird hier eine wertvolle Chance vertan, dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum in Düsseldorf zu schaffen. Leider sind unsere politischen Handlungsspielräume in diesem Punkt begrenzt – dennoch setzen wir uns weiterhin dafür ein, dass sozialverträgliche Lösungen bei zukünftigen Projekten von Anfang an verbindlich mitgedacht werden. 
Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir noch nicht final entschieden, wie wir uns im weiteren Verfahren verhalten werden. Die öffentlichen Nutzungen des mittleren Gebäudes und der bezahlbare Wohnraum waren für uns entscheidende Kriterien. Wenn diese von uns geforderten Aspekte keine Berücksichtigung in den weiteren Planungen finden werden, dann ist unsererseits auch eine Ablehnung des gesamten Projektes denkbar. Hierzu werden wir uns noch einmal intensiv mit der Verwaltung und den konkreten Planungen auseinandersetzen. Hierbei werden wir auch die Ergebnisse der Verkehr- und Verschattungsstudie besonders mitberücksichtigen und bewerten. 

SPD, Markus Raupp
1. 

Wir bewerten das Projekt im Grundsatz positiv. Selbst wenn die Behauptung, dass bis zu 35 

Prozent der Büroflächen leer stehen, zuträfe, so sagt das nichts über den tatsächlichen Bedarf 
aus. Viele Flächen sind veraltet und genügen heutigen Standards nicht mehr. Es ist deutlich 
erkennbar, dass neue Büroflächen einen Markt haben. Alte Büroflächen sollten zurückgebaut 
oder einer anderen Nutzung zugeführt werden. In diesem Sinne begrüßen wir auch den Abriss 
des Bestandsgebäudes. 
Nicht zielführend im Sinne einer sachlichen Diskussion sind immer wieder vorkommende 
Formulierungen wie „Bürogigant“ oder „Hochhausgigant“. Es ist auch nicht zutreffend, dass 
in dem Projekt nur „Luxuswohnungen“ entstehen sollen. Entsprechend dem Düsseldorfer 
Baulandmodell wird die Hälfte der Wohnungen im preisregulierten Wohnungsbau errichtet 
werden. Also wird es entgegen der Darstellung auch bezahlbaren Wohnraum geben, für den 
wir uns in den letzten Jahren stark eingesetzt haben und dies auch weiterhin tun. 
2. 
Gegenstand des Wettbewerbs war auch eine umwelt- und klimaverträgliche Bauweise. 
Deswegen war darauf zu achten, so viel entsiegelte und begrünbare Flächen wie möglich zu 
schaffen. Das gilt im Übrigen auch für mögliche Auswirkungen des Neubaus auf die 
Nachbarschaft. Das Grundstück ist Bestandteil des Hochhausrahmenplans und als solches 
grundsätzlich für eine höhere Bebauung geeignet und vorgesehen. Bei der bekannten 
Problematik in unserer Stadt, bebaubare Flächen zu finden, kann auf eine höhere Bebauung an 
einzelnen Stellen eben nicht verzichtet werden. 
3. 
Es hat bisher lediglich ein Wettbewerb stattgefunden, in dessen Rahmen eine 
Bürgerbeteiligung im Rahmen eines öffentlichen Kolloquiums stattgefunden hat. 
Selbstverständlich wird es im Zuge des Bebauungsplanverfahrens die rechtlich 
vorgeschriebene Öffentlichkeitsbeteiligung geben. Soweit sinnvoll sind wir für weitere 
Veranstaltungen wie Workshops o.a. offen. 
4. 
Wir werden dieses Bebauungsplanverfahren wie alle anderen Vorhaben der Stadtverwaltung 
nach bestem Wissen und Gewissen begleiten. Unser Abstimmungsverhalten hängt immer vom 
Inhalt der Vorlage ab. Soweit nötig und sinnvoll werden wir Änderungs- und 
Ergänzungsvorschläge einbringen. Ein Konflikt mit der Parteilinie ist insoweit nicht 
erkennbar.

FDP Kreisverband Düsseldorf

Sehr geehrte Damen und Herren,
herzlichen Dank für Ihr Engagement und Ihre offenen Rückmeldungen zum Projekt „NEW HEART on the block“ am Kennedydamm/Golzheim. Ihre Hinweise und Sorgen sind uns wichtig, wir nehmen Ihre Perspektiven sehr ernst und sehen sie als wichtigen Beitrag für den weiteren Planungsprozess.
Gleichzeitig möchten wir in aller Klarheit betonen, dass wir das Projekt NEW HEART on the block befürworten. Es fügt sich in die Zielsetzungen des Düsseldorfer Hochhausrahmenplans ein, der den Kennedydamm als „vorgeprägten Raum“ für markante Hochhausentwicklungen vorsieht. Hier bietet sich die Möglichkeit, das „Tor zur Stadt“ mit einer architektonisch hochwertigen, offenen Ensemblebebauung neu zu definieren – beispielhaft etwa durch die Integration einer Rad- und Fußverkehrsbrücke, die das Quartier besser erschließt und seine Durchlässigkeit erhöht.
Im Folgenden finden Sie die Antworten auf Ihre konkreten Fragen:
1) Wir befürworten das Projekt, weil es den Rahmenbedingungen des Hochhausrahmenplans entspricht und den Kennedydamm als „Tor zur Stadt“ städtebaulich aufwertet. Golzheim lebt vom Mix aus Wohnen und Arbeiten – genau diesen Ansatz greift das Vorhaben auf. Jede zusätzliche Wohnung ist ein Beitrag gegen Wohnungsnot und wirkt zudem der Verdrängung entgegen.
2) Wir nehmen die Sorge um Hitzebelastung sehr ernst. Klimaanpassung muss bei der Stadtentwicklung und auch bei diesem Projekt mitgedacht werden. Daher ist uns wichtig, dass bei der weiteren Planung Maßnahmen wie Dach- und Fassadenbegrünung, hochwertige Beschattung, hitzeresistente Bepflanzung und Entsiegelung geprüft und möglichst umgesetzt werden. So verbinden wir städtebauliche Entwicklung mit Lebensqualität – und entlasten das Quartier auch in heißen Sommern.
3) Bürgerbeteiligung ist für uns ein wichtiges Element moderner Stadtplanung. Auch wenn wir das Projekt grundsätzlich unterstützen, setzen wir uns dafür ein, dass Anwohner und Interessierte – z. B. in Form eines Workshopverfahrens – ihre Ideen und Bedenken einbringen können. Eine gute Planung gewinnt, wenn sie Anregungen aus dem Quartier aufnimmt. Wir gehen davon aus, dass solche Formate im weiteren Verfahren möglich sind.
4) Für uns steht das Wohl der Stadt und das Wohl Düsseldorfs im Vordergrund. Wir bejahen das Projekt, weil es städtebauliche, soziale und ökologische Qualitäten in Einklang bringt. Wenn sich im Verfahren herausstellt, dass Aspekte wie Wohnqualität, Freiräume, Mobilität oder Klima nicht ausreichend gesichert sind, werden wir genau hinschauen – stets mit dem Fokus auf das Gemeinwohl, nicht auf starre Vorgaben.



Die Linke, Peter Klein

Guten Abend Frau Hildebrand,
gerne möchte ich Ihre Fragen beantworten.
zu 1: Ich stimme Ihnen zu, weiterer Büroraum sowie Luxuswohnungen werden nicht benötigt. Deshalb Ablehnung.
zu 2: Mehr Bäume, mehr Fassadenbegrünung, Anlegen von Wasserflächen und Springbrunnen. Das gilt aber auch für andere Quartiere im Stadtbezirk.
zu 3: Über das Ergebnis der Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplan Hans-Böckler-Stra0e 39 habe ich keine Informationen, weder über die Anzahl der Teilnehmenden noch über deren Beiträge. Deshalb würde ich einer weiteren Bürgerbeteiligung nicht im Weg stehen. Ob allerdings ein Workshop-Verfahren die Lösung (auch im Sinne der Bürgerinitiative) bringen wird, möchte ich bezweifeln. Wichtiger wäre für mich eine Bürgerbeteiligung am Hochhausrahmenplan.
zu 4: Das Projekt wird von meiner Partei abgelehnt und deshalb müsste ich auch nicht gegen die Parteilinie stimmen.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Klein, DIE LINKE


Klimaliste, Lukas Fix

1.
Ich lehne den Bau am Kennedydamm in seiner momentanen Form ab. In Zeiten von Wohnraummangel, Klimakrise und Überhitzung urbaner Räume ist es völlig aus der Zeit gefallen, auf teure Büroflächen oder Luxuswohnungen zu setzen – noch dazu in einem Gebiet, das jetzt schon hohe Leerstandsquoten aufweist. Stattdessen brauchen wir hier nachhaltige, gemeinwohlorientierte Wohnmodelle: günstige Wohnungen für Familien, Studierende und Alleinerziehende, kombiniert mit grüner Infrastruktur, autofreien Höfen und klimaangepasster Architektur. Das bedeutet: Umnutzung statt Neubauwahnsinn. Dach- und Fassadenbegrünung, Quartiersplätze, Gemeinschaftsgärten und öffentliche Nutzungskonzepte müssen Vorrang haben vor Profiten. Der Kennedydamm kann ein Modellprojekt werden – für soziale Durchmischung, klimaangepasstes Bauen und echte Teilhabe der Anwohner*innen.
2.
Dachflächen sollten möglichst begrünt sein, auch für Fassaden gibt es gute Lösungen. Fassadenelemente sind teuer, hier gibt es attraktive Lösungen, die eine Fotovoltaikanlage integrieren, das senkt auch insgesamt die Bau- und Wohnkosten. Dachflächen sollten nicht für Flugtaxilandeplätze verschwendet werden. Das ist Luxusmobilität zu Lasten der Bürger.
3.
Echte Beteiligung bedeutet mehr als ein Info-Abend nach Planungsabschluss. Ich setze mich dafür ein, dass für das Areal Kennedydamm Ost ein transparentes, ergebnisoffenes Beteiligungsverfahren nachgeholt wird – z.B. in Form eines öffentlichen Werkstattverfahrens mit Quartiersbewohnerinnen, lokalen Expertinnen und sozialen Initiativen. Wer in einem Viertel lebt, weiß am besten, was fehlt. Diese Perspektiven müssen verbindlich berücksichtigt werden.
4. 
Ob ich für die Änderungs des Bebauungplans stimme kommt auf die vorgeschlagenen Änderung an. Die Fläche muss dem Gemeinwohl dienen, nicht privaten Renditeinteressen. Für die mich und Klimaliste Düsseldorf steht fest: Wir brauchen dringend mehr bezahlbaren Wohnraum – nicht noch mehr leerstehende Büroflächen, dass sollte allerdings auch in Form von Nahverdichtung und Hochbau geschehen um eine möglichst geringe Fläche zu versiegeln. Eine Änderung des Bebauungsplans der das vorgesehene Hochhaus zu einem zukunftsorintierten Porjekt macht das die eigentlich Probleme der Wohnungsnot und Überhitzung angeht anstatt nur Investoren glücklich zu machen würde ich vollumfänglich zustimmen. Da wir keine Partei sondern ein kommunaler Verein sind der klar für mehr Wohnraum und für weniger sinnbefreite Bürofläche steht sollte es nicht notwendig werden gegen die Vereinslinie zu stimmen. Von dem sogenannten Fraktionszwang halten wir darüber hinaus grundsätzlich nichts und haben auch schon in der letzten Ratsperiode bewiesen das wir auch innerhalb unserer Fraktion unterschiedlicher Meinung sein können und dies auch entsprechend im Rat in den Abstimmungen und Wortbeiträgen kundtun dürfen.


BSW - Bündnis Sahra Wagenknecht

1.
Ja. Solange der Leerstand bei Büroimmobilien hoch ist, braucht es keine neuen Büroflächen, vor allem weil der Trend zum Homeoffice anhält.
2.
Aus ökologischen Gründen ist es nicht sinnvoll, weitere Flächen zu versiegeln.
3.
Bürgerbeteiligung ist uns wichtig. Entscheidungen von dieser Tragweite dürfen nicht über die Köpfe der Anwohner entschieden werden.
4.
Wir sind gegen eine Änderung des Bebauungsplans und für eine Überarbeitung des Hochhausrahmenplans. 

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Frieda Niewald, die Grünen 

1.
Die grüne Fraktion begleitet sämtliche Planungsvorhaben für neue Büroflächen in Düsseldorf sehr kritisch. Gerade am Kennedydamm ist mit 30–35 % Leerstand deutlich, dass die Stadt eigentlich nicht noch mehr Bürotürme braucht. Stattdessen sehe ich große Chancen in der Umnutzung bestehender Flächen, insbesondere für bezahlbaren Wohnraum, der in Düsseldorf dringend fehlt. 
Im Rahmen des Projekts „New Heart on the block“ hat die Grüne Stadtratsfraktion ich dafür stark gemacht, dass im rückwärtigen Bereich auch Wohnnutzung vorgesehen wird. Dabei war es besonders wichtig, die Umsetzung des Handlungskonzepts Wohnen sicherzustellen, mit dem klaren Ziel: Nicht nur freifinanzierte, sondern auch bezahlbare Wohnungen zu sichern. 
Ich sehe dieses Projekt sehr kritisch und möchte als ein (wenn ich denn gewählt werde) neues Mitglied der Stadtratsfraktion die bestehendne Bemühungen nach mehr bezahlbarem Wohnraum unterstützten und weitergehend auch innerhalb der Fraktion darauf hinwirken das wir auch neue Bürotürme auf bisher unbebauten Flächen noch kritischer bewerten als das bisher der Fall ist. 
Als jemand der sich vor allem durch die Klimakriese politisiert hat und seid Jahren im Klimaaktivismus halte ich es für gefährlich wertvolle Grün-Flächen weiter zu versiegeln. 
Es ist wichtig, dass wir uns als Stadt immer wieder klar machen: Nachhaltige und sozialverträgliche Lösungen müssen Vorrang haben.
2.
Die Stadt Düsseldorf weist selbst darauf hin, wie stark sich versiegelte Flächen aufheizen und der Kennedydamm gehört bereits jetzt zu den am meisten belasteten Bereichen. Wenn hier noch mehr Betonflächen und Hochhäuser entstehen, wird sich diese Situation verschärfen. 
Begrünte Dächer oder Fassaden können zwar etwas abmildern, aber sie ersetzen keine unversiegelten Flächen und keine echten Grünräume. Für mich ist deshalb entscheidend, dass bei Bauprojekten immer zuerst geprüft wird, wie sie das Stadtklima beeinflussen und ob nicht Alternativen wie mehr Grün- und Freiflächen für die Menschen im Quartier sinnvoller wären. Weitergehend halte ich eine netto null Versiegelung im Stadtgebiet für sinnvoll damit die Auswirkungen der Klimakriese nicht noch katastrophaler werden, als sie ohnehin schon sind. 
3.
Im Zuge der Planungen zur Entwicklung des Areals an der Hans-Böckler-Straße 37–39 wurde durch die Projektentwicklerin in Zusammenarbeit mit der Stadt ein zweiphasiger Wettbewerb durchgeführt. Bereits im Vorfeld fand eine Öffentlichkeitsbeteiligung statt, deren Ergebnisse in die Entwurfsentwicklung eingeflossen sind. 
Grundsätzlich setzt sich die Grüne Fraktion entschieden für Bürger*innenbeteiligung bei städtebaulichen Vorhaben ein und sehen darin ein wesentliches Instrument zukunftsfähiger Stadtentwicklung. 
Gleichzeitig denke ich jedoch dass die Stadt und die Politik solche Beleidigungsprozesse besser bewerben und umsetzten können, um möglichst viele Menschen zu erreichen und ihnen möglichst viel Spielraum zum Mitgestalten zu geben. 
4.
Die Fraktion hat sich im Planungsprozess schon für einige Verbesserungen eingesetzt Insbesondere der Nutzungsmix, die Integration von Wohnraum sowie die Zusage, öffentliche Nutzungen sowohl in den Freiflächen als auch im mittleren Gebäudeteil zu ermöglichen, gehen auch auf den einsatz der Fraktion zurück. 
Umso bedauerlicher ist die Rückmeldung, dass bei der Realisierung der Wohnungen auf das Kriterium der „Bezahlbarkeit“ verzichtet wird. Aus meiner wie auch der sicht der Grünen Fraktion wird hier eine wertvolle Chance vertan, dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum in Düsseldorf zu schaffen. 
Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Grüne Fraktion noch nicht final entschieden, wie sie sich im weiteren Verfahren verhalten wird. Die öffentlichen Nutzungen des mittleren Gebäudes und der bezahlbare Wohnraum waren entscheidende Kriterien. Wenn diese Aspekte keine Berücksichtigung in den weiteren Planungen finden werden, dann wäre von Seiten der Fraktion auch eine Ablehnung des gesamten Projektes denkbar. 
Ich werde mich in Zukunft, sofern ich gewählt werde, in der Fraktion für eine besonders Kritische Position gegenüber den Planungen einsetzten. Ich sehe die Schaffung des bezahlbaren Wohnraums hier als eine absolute Mindestvoraussetzung für die Zustimmung.

16.07. 2025
Pressemitteilung zur Übergabe der Unterschriften an Baudezernentin Cornelia Zuschke und OB Stephan Keller

 
1254 BürgerInnen sagen Nein zu Hochhausgiganten
Bürgerinitiative hat in wenigen Tagen persönlich und online mehr als 1200 Unterschriften gegen Hochhausgiganten an der Hans-Böckler-Straße 39 gesammelt.
Düsseldorf, 16.07.2025. Die Bürgerinitiative „Hans-Böckler-Straße 39“ übergibt mehr als 1200 Unterschriften an die Baudezernentin Cornelia Zuschke. Sie will zwei weitere Hochhausgiganten in einem von Hitze am stärksten belasteten Quartier verhindern. In Düsseldorf hat sich die durchschnittliche Jahrestemperatur seit 1988 um ganze 3,9 Grad Celsius von 8,4 auf 12,3 Grad Celsius erhöht. Ein Hotspot ist der Kennedydamm. Hier ist das Gelände auf der Klimakarte dunkelrot. Zwei weitere in Planung befindliche Türme, 120 und 83 Meter hoch, würden die Aufheizung weiter verschärfen. 
Dies ist um so schwerwiegender, als das geplante Bauprojekt für die Menschen im Quartier keinerlei Gewinn bringt. Schon heute ist der Kennedydamm mit rund 30 Prozent leerstehendem Büroraum übersättigt mit Bürogebäuden. Auch hinsichtlich der Verkehrsbelastung ist das Quartier am Limit angekommen. Gebraucht werden dagegen bezahlbare Wohnungen und Grünflächen, die der Überhitzung der Stadt entgegenwirken. 
Als „Größenwahn in einem gewachsenen Viertel“ kommentiert denn auch einer der Unterzeichnenden das geplante Bauprojekt, „Lebensqualität statt Profitgier“, fordert eine andere. Erny Hildebrand, Sprecherin der Bürgerinitiative Hans-Böckler-Straße 39 unterstreicht: „Je mehr wir uns mit der Planung für das Areal an der Hans-Böckler-Straße 39 beschäftigen, um so unsinniger scheint uns die derzeitige investorenbezogene Stadtplanung im Quartier.“ Sie fordert die Stadt dazu auf, einen transparenten Neustart der Stadtplanung am Kennedydamm mit umfassender Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger einzuleiten. Denn im Gegensatz zum Areal Kennedydamm West, hat für die Planung des gesamten Areals Kennedydamm Ost keine umfassende Bürgerbeteiligung stattgefunden. 
„Die Stimmung im Stadtteil ist klar gegen dieses Bauprojekt. Das haben wir in hunderten von Gesprächen erfahren“, resümiert Erny Hildebrand von der Bürgerinitiative, „die spontanen Reaktionen reichen von `skandalös´ und `größenwahnsinnig´ bis zu `verrückt´ und `irre´. Und Architektin Ulrike Brandt, ebenfalls von der Bürgerinitiative, fügt hinzu: „Diese geplante Versiegelung und zwei dermaßen überdimensionierte Baukörper würden zu einer weiteren Hitzebelastung des Quartiers beitragen. Solch eine Art zu bauen ist doch wirklich nicht mehr zeitgemäß.“ Christian Berger, ebenfalls von der Bürgerinitiative, kritisiert: „Mich stört die Intransparenz in dem Verfahren und dass Politik gemacht wird gegen die Interessen der Menschen im Viertel.“ Die Bürgerinitiative fordert deshalb von Politik und Verwaltung im Sinne der Menschen aus dem Quartier: 

  • Bezahlbaren Wohnraum statt Bürogiganten
  • Stop des laufenden Verfahrens und umfassende Bürgerbeteiligung bei der Planung des Areals Hans-Böckler-Straße 39
  • Maßnahmen gegen Überhitzung des Quartiers statt weiterer Bauten, die zur Aufheizung beitragen
  • Eine anwohnergerechte Verkehrsplanung

Kontakt Bürgerinitiative: c/o Erny Hildebrand, [email protected]; v.i.S.d.P.: Erny Hildebrand